ZÜRICH — Was als gemütliches Fondue-Abend mit Freunden geplant war, endete in einem kulinarischen Experiment, das schief ging – auf die wohl schmackhafteste Art und Weise. Der Zürcher Rolf Meier (42) hatte vor, seinen Gästen mit einem neuen Rezept zu beeindrucken.

"Ich habe online gelesen, dass ein Spritzer Mineralwasser das Fondue besonders locker machen soll", erklärt Meier. "Leider war es am Ende weniger ein Spritzer und mehr eine ganze Flasche."

Der Moment, als das sprudelnde Wasser in den köchelnden Mix aus Greyerzer, Emmentaler und Weisswein traf, werde er nie vergessen, so Meier. "Es begann langsam zu steigen, wie ein Hefeteig. Dann wurde es immer mehr, bis es über den Topfrand schwappte."

"Es war wie ein Vulkanausbruch, nur duftender", beschreibt Nachbarin Elina Berger den Vorfall. "Zuerst der Herd, dann die Arbeitsplatte, schliesslich ein goldener See auf dem Fussboden. Rolf versuchte, den Fluss mit Brotstücken zu stoppen – erfolglos, aber das Brot schmeckte anschliessend hervorragend."

Die Feuerwehr musste nicht eingreifen, aber die Geschichte verbreitete sich schnell in der Nachbarschaft. Einige finden den Vorfall amüsant, andere sehen ihn als kulinarisches Verbrechen. Maria Schmid, Präsidentin der Zürcher Fondue-Freunde, kommentierte trocken: "Innovation ist gut, aber Fondue ist zum Essen da, nicht zum Tapezieren."

Die Aufräumarbeiten gestalteten sich laut Meier "interessant": "Der Boden ist jetzt ausgezeichnet gewürzt. Und klebrig. Sehr klebrig."

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In der Zwischenzeit hat der Vorfall eine Debatte unter Fondue-Liebhabern ausgelöst. Einige experimentierfreudige Köche wollen Meiers "Fondue-Brunnen" nun sogar nachahmen – allerdings mit deutlich weniger Mineralwasser.

Meier selbst lässt sich nicht entmutigen. "Nächste Woche gibt's Raclette. Aber ich halte das Mineralwasser diesmal in sicherer Entfernung."